User Experience ist ein wesentlicher Faktor für die Akzeptanz einer Anwendung. Gerade bei Unternehmens-Software wird die UX im Rahmen der Softwareentwicklung oft unterschätzt. So hängt auch im Business-Kontext die Nutzungsintensität einer Anwendung von der Benutzererfahrung ab. Insbesondere bei App-Entwicklung für Unternehmen sind die Anforderungen sowohl an den Funktionsumfang als auch an eine effiziente Bedienbarkeit in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

Ca. 90 % aller Anwender nutzen Apps mit schlechter Performance nicht weiter und ca. 85 % haben mindestens einmal eine App aus demselben Grund deinstalliert. Dies zeigt, dass die Attraktivität einer Anwendung sowie ein intuitives User Interface mindestens so wichtig sind, wie die fachlichen Funktionen.

Warum eigentlich UX Design?

Die ISO-Norm 9241-210 für benutzerorientiertes Vorgehen in Entwicklungsprojekten definiert UX als die „Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der tatsächlichen und/oder der erwarteten Benutzung eines Produkts, eines Systems oder einer Dienstleistung resultieren”. Also beschäftigt sich User Experience Design im Kontext der Software-Entwicklung mit der Gestaltung des Erlebnisses vor, während und nach der Nutzung einer Anwendung. Der ganzheitliche Designansatz stellt den Nutzer mit seinen Erfahrungen und Erwartungen dabei in den Mittelpunkt.

UX in Business

Die Einführung einer Software-Lösung im Unternehmen erfolgt in der Regel mit dem Ziel, Geschäftsprozesse zu digitalisieren, die Produktivität zu steigern, schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen oder die Fehlerquote zu verringern. Die Erkenntnis, dass 80 % aller Anwender eine Software-Lösung nach 3 Versuchen mit einer schlechten User Experience nicht weiter nutzen oder gar deinstallieren, unterstreicht die Bedeutung von UX im Unternehmenskontext deutlich: Nur wenn die Mitarbeiter eine Anwendung als Arbeitserleichterung ansehen, wird diese auch genutzt werden.

Form follows function?

Gerade bei Unternehmens-Software hat der Anwender in der Regel aber keine Wahl, ob und wie intensiv eine Anwendung genutzt wird. Zur Erledigung einer Aufgabe sind Software-Lösungen in der Regel alternativlos, egal ob diese intuitiv zu bedienen sind oder nicht. Als Konsequenz leidet somit nicht die Nutzungshäufigkeit der Software, sondern das Engagement der Mitarbeiter und die Effizienz des Prozesses. Legen Unternehmen jedoch Wert auf eine gute UX ihrer Arbeitsmittel, steigen dementsprechend Produktivität und Motivation.

Joy of Use

Nicht umsonst sind kinderleicht zu bedienende Smartphones und intuitiv zu bedienende Apps aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Warum sollten die Erkenntnisse und Zeitgewinne aus der Consumer-Welt nicht auch das Arbeiten in den Unternehmen erleichtern? Durch gutes UX-Design wird schließlich den gestiegenen Anforderungen der Mitarbeiter an das Nutzungserlebnis Rechnung getragen. Gerade Digital Natives sind kurze Release-Zyklen, orientiert am Nutzer-Feedback in den App-Stores, aus dem privaten Umfeld gewohnt und erheben diesen Anspruch auch zunehmend an Unternehmens-Software. Je mehr Mitarbeiter der Generation Y in die Unternehmen kommen, desto geringer wird die Akzeptanz gegenüber nicht-intuitiver Software mit unergonomischen Bedienkonzepten und desto höher die Ansprüche an Usability und Funktionalität.

Warum Unternehmen in UX-Design investieren

Historisch gewachsene Anwendungen basieren vielfach auf nicht mehr zeitgemäßen Anforderungen. Neue Funktionen werden oft einfach ergänzt und die Anwendung nicht zyklisch erneuert. So werden Software-Lösungen mit der Zeit umfangreicher, komplexer und die Wartungsintensität steigt. Hinzu kommen neue Bedienkonzepte wie z.B. Gesten sowie neue Bedienoberflächen, die eine Interaktion z.B. auch per Touch ermöglichen. Jeder, der schon einmal mit komplexen und überladenen User Interfaces arbeiten musste, weiß, dass dies aufwendig, anstrengend und nicht zuletzt fehleranfällig ist. Durch eine nutzerzentrierte Gestaltung von Anwendungsoberflächen können Durchlaufzeiten von Aufgaben verkürzt und die Fehlerzahl reduziert werden. Auf diese Weise werden ganze Prozesse verschlankt und optimiert.

Geringere IT-Aufwände bei Rollout und Support

Bereits bei der Einführung einer UX-optimierten Anwendung kann der Schulungsaufwand durch intuitive Bedienkonzepte auf ein Minimum verkürzt werden. Auch bei Wartung und Betrieb sind sinkende Supportaufwände zu beobachten: Der Aufwand, der durch den Einsatz von Key-Usern oder im Support durch nicht-ergonomische Software entsteht, wird durch den Einsatz optimierter User Interfaces reduziert.

Mehr Effizienz durch UX-Optimierung im Unternehmen

Durch den Einsatz von UX-Methoden werden die Unternehmensziele, die mit dem Einsatz einer Software verfolgt werden, mit den Interessen der Nutzer in Einklang gebracht. Der iterative Design-Prozess ermöglicht eine kontinuierliche Verbesserung der Nutzererfahrung. Dadurch können Anwendungen bereitgestellt werden, die eine optimale Erledigung der Aufgaben ermöglichen und so Ziele wie eine erhöhte Prozessstabilität, verkürzte Prozesszyklen und eine gesteigerte Mitarbeitermotivation erreicht werden.

Autorin

Giannina Vetrano

Leiterin Marketing

DATAGROUP Mobile Solutions AG

giannina.vetrano@datagroup.de

+49 711 62030-216

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