Was macht eigentlich ein SAP Consultant?

Interview mit Ines Marsch

SAP Berater/innen sind gesucht und in vielen verschiedenen Bereichen im Einsatz. So arbeiten bei DATAGROUP über 500 SAP Consultants für zahlreiche Kunden in den unterschiedlichsten Branchen. Aber was macht eine SAP Beraterin eigentlich genau?

Wir sprechen mit Ines Marsch, die bereits seit 17 Jahren Kunden im Bereich SAP berät. Seit Februar 2018 ist sie bei DATAGROUP tätig – als SAP-Teamleiterin und Leiterin des SAP-Projekt Office.

Wie sieht ein typischer Tag für dich aus?

Ich finde, es gibt keinen typischen Tag für eine/n SAP Berater/in. Denn täglich gibt es neue Herausforderungen zu meistern. Als Junior Consultant, beispielsweise, verbringt man unendlich viel Zeit damit, zu lesen und zu recherchieren, um die komplexe SAP-Logik zu lernen. Hat man mehr Erfahrung, gilt es, Geschäftsprozesse zu verstehen, sinnvolle Lösungen für Kunden zu designen und zu implementieren. Irgendwann leitet man dann Projekte, arbeitet sich wieder in neue SAP-Felder/Module oder Technologien ein, man gibt sein Wissen Junior-Consultants weiter, baut Beziehungen zu den Kunden auf, klärt Probleme, plant Ressourcen, wird zum Architekten, Psychologen, Crash-Test-Dummy, Lehrer, Student, Erbsenzähler, Jongleur oder Verkäufer. Entscheidet man sich für SAP, warten auf einen unendlich viele Entwicklungsmöglichkeiten, Arbeitsgebiete und Perspektiven. Eintönig wird es nie.

Was sind typische Aufgaben für eine/n SAP Berater/in?

Als SAP Berater/in löst man im großen und ganzen Probleme. Unternehmen und ihre Rahmenbedingungen verändern sich fortwährend. Firmen wachsen, werden aufgesplittet, sie investieren in neue Geschäftsgebiete, expandieren oder werden verkauft. Hinzu kommen immer neue Gesetzesanforderungen oder veränderte Bedürfnisse unserer Kunden. Die Firma SAP selbst entwickelt ihre Software kontinuierlich weiter. All das zwingt die Unternehmen, ihre Geschäftsprozesse und Softwarelösungen entsprechend anzupassen.

Als SAP Consultant muss man dies verstehen und dafür nachhaltige Lösungen in SAP und dessen Schnittstellenanwendungen finden. Je nach Spezialisierung des Consultants wird er/sie entweder konzipieren, customizen (also Hintergrundeinstellungen anpassen), migrieren, programmieren, testen, unterrichten oder dokumentieren. Und da SAP so komplex ist, dass man nur einen Teil davon verstehen kann, erarbeitet man das alles immer im Team – und zwar mit anderen SAP Consultants und den Endanwendern gemeinsam.

Was sind die Problemstellungen, die häufig für Kunden gelöst werden müssen?

Auch das kann man nicht genau beantworten. Jeder Kunde ist individuell und hat andere, individuelle Anforderungen oder Probleme. Neben den „normalen“ Geschäftsanpassungen interessieren sich Unternehmen jedoch derzeit ganz besonders für S/4HANA und die damit verbundenen neuen Anwendungsmöglichkeiten, z.B. mit Fiori-Apps. Außerdem sind Cloud-basierte Lösungen stark gefragt. Industrie 4.0 ist nun auch im SAP-Umfeld nicht mehr wegzudenken.

Was ist für dich ein typischer SAP-Kunde?

Ein typischer Kunde ist für mich in erster Linie ein ganz normaler Mensch, mit all den Bedürfnissen, die ich selbst auch habe. Es reicht nicht nur, eine Lösung in SAP zu implementieren. Damit schafft man nicht automatisch Kundenzufriedenheit. Man muss dem Menschen, also der konkreten Person, die mit der Software arbeitet, ehrlich, auf Augenhöhe und mit Respekt begegnen. Daher habe ich mir selbst das Ziel gesetzt, meine eigenen Kunden so zu behandeln, wie ich selbst gern von einem IT-Dienstleister behandelt werden möchte.

Wie war dein Werdegang zur SAP Beraterin? Welches Studium/Ausbildung/Weiterbildung ist nötig?

Natürlich ist ein betriebswirtschaftliches oder mathematisch geprägtes Studium, Programmierkenntnisse und eine starke IT-Affinität von Vorteil, um Fuß in der SAP-Welt zu fassen. Aber es ist kein „Must Have“. Es gibt viele Wege, wie man SAP Consultant werden kann: direkt nach der Ausbildung, dem Studium oder erst viel später im Arbeitsleben. Ich selbst habe die Richtung eingeschlagen, als ich nach meinen ersten 3,5 Berufsjahren als klassische Betriebswirtin arbeitslos geworden bin. Über das Arbeitsamt konnte ich 2002 eine Ausbildung zum SAP Application Consultant inklusive Zertifizierung machen. Mir war damals gar nicht bewusst, welches wertvolle Geschenk ich damit bekommen habe.

Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die ein SAP Consultant haben sollte?

Wichtige Eigenschaften, die jemand mitbringen sollte, sind Erfahrung und Verständnis für Geschäftsprozesse, ein gutes Bauchgefühl im Umgang mit Kunden und Menschen, Ehrgeiz, Kreativität und Teamgeist. Man muss zudem einen großen Lernwillen haben. Als SAP-Einsteiger/in sollte man sich bewusst sein, dass man einen Bildungsvertrag mit sich selbst unterschreibt. Man wird als SAP Berater/in (auch noch als Senior Consultant!) regelmäßig gezwungen, (fachliche) Grenzen zu überwinden. Und das funktioniert nur, in dem man immer wieder neues Wissen aufbaut.

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Ines Marsch
SAP-Teamleiterin und Leiterin des SAP-Projekt Office